Das Feeenland ist eine etwas andersartige Finfiction, das gebe ich gerne zu. Für Kritik bin ich immer offen.
Egal wie die Geschichte noch weiter geht, es entspringt alles aus meiner Phantasie, hat nichts mit der Wirklichkeit zu tun. Eventuelle Parallelen sollte keine zu große Bedeutung beigemessen werden.
Das Copyright auf diese Story liegt bei mir!



Das Feeenland
1. Kapitel
Es war einmal vor einer langen Zeit in einem weit weit enfernten Land das sich Feeenland (Finland) nannte. Im Feeenland war das ganze Leben perfekt, so wie sich das für ein Land voller Feen eben so gehört.
Eines Tages war die kleine Fee Taara alleine im Wald der fliegenden Leckerbissen unterwegs. Als sie plötzlich von hinten ganz brutal angerempelt wurde. Sie wusste nicht was mit ihr passierte, doch sie spürte ganz deutlich eine Wut in ihr hoch kommen die für eine Fee normal nicht zur Mentalität gehört. Sie wollte diesem Widerling kräftig in die ... treten. Ohhhhhhhhhhhhhhh!!! Was hatte sie da nur gerade gedacht? Das konnte sie doch nicht, sie war doch schließlich ein friedliches Wesen. Kaum hatte sie sich wieder im Griff beschloss sie sich ihren "Angreifer"mal genauer anzuschauen. Doch was sie da erblickte brachte das Fass zum Überlaufen. Da stand doch tatsächlich so ein fliegender Schmollmund und wollte sich noch nicht einmal bei ihr entschludigen. Sie schlug so fest sie konnte mit ihrem Feeenstaubbeutel auf ihn ein. Sie wollte das er richtig leiden musste. Doch er verzog keine Miene!!!! "So typisch! Diese fliegenden Windbeutel haben doch wirklich kein bisschen Gefühl in den Knochen" brüllte sie ihn innerlich an. Laut hätte sie so etwas natürlich nie sagen können schließlich waren wir hier ja auch im Feeenland. Wütend zischte sie ab.

2. Kapitel
Das hatte ihm gerade noch gefehlt. War er denn nicht mal im Wald der fliegenden Leckerbissen sicher vor ihr? Er ging ihr schon seit Jahren so gut es ging aus dem Weg. Er wusste Taara würde ihn nur versuchen wieder auf den rechten Weg zu bringen. Und das war etwas was er überhaupt nicht gebrauchen konnet. Er wollte einmal nur ganz er selbst sein. Aber das ging ja nicht. Seine Freunde hatten sich so sehr verändert. Jeder von denen wollte immer nur noch mit diesen blöden Feeen unterwegs sein. Das war doch nicht normal. Früher war er oft mit seinen Kumpels losgezogen. Sie gingen in ein nettes Lokal und genossen den sündigen Nektar im Übermaß. Wenn man so wollte hatte sich in dieser Hinsicht nicht all zu viel verändert. Immer noch ging er mit seinen Kumpels in die Stammkneipe der fliegenden Leckerbissen, ins TÄHTI. Der Schuppen war einfach der Beste im ganzen Feeenland. Doch seine Kumpels hatten sich wieder einmal zum Ziel gesetzt eine Fee nach der anderen abzuschleppen. Es gab kaum iene Fee im ganzen Land die dem Charme eines Fliegenden widerstehen konnte.
„ Mensch Matti, was ziehst den du schon wieder für ne Schnute?“ wurde er von Axu angeblafft. Axu konnte Matti´ s Verhalten am wenigsten verstehen. Ja, früher war er genauso wie Akseli. Aufgedreht, witzig, zu allem bereit. Doch er konnte das nicht mehr. Etwas war passiert, aber er wagte es nicht richtig sich einzugestehen was es war. Er setzte sein Glas „FeeenlandiaVodka on the rocks“ an und leerte es in einem Zug


„Lalalololililulululallalllalla…“ dachte Taara so vor sich hin. Sie war mit ihren Freundinnen im TÄHTI. Natürlich ging sie nur mit um aufzupassen, dass keine Fee etwas Falsches tat. Natürlich trank sie auch nichts von diesem verflixten Nektar der einem die Sinne vernebelte. Und trotz ihrem klaren Verstand war es nicht gerade einfach die Anderen im Blick zu behalten. Schließlich war das TÄHTI ein sehr beliebter Ort. Doch Taara fühlte sich unwohl. Klar das tat sie immer wenn sie in so einem grausamen Schuppen ihre Abende verbrachte, aber heute war es schlimmer. Immer wieder kam ihr die Szene aus dem Wald wieder in den Sinn. Zuerst war sie sich nicht sicher gewesen, doch um so länger sie darüber nachdachte, umso sicherer wurde sie sich. Er war es wirklich. Sie hatte ihn schon lange nicht mehr so bewusst wahrgenommen. Sie sahen sich oft, aber nie brannte sich ihr eine Begegnung mit ihm so in ihr Hirn. Uns sie wusste woran das lag. Sie hatte seit langem wieder einmal seinen Duft gerochen.
Was um alles in der Welt denke ich da eigentlich? Dieser aufgeblasene Windbeutel war noch nicht einmal einen ihrer Gedanken wert. Er hatte es ja noch nicht mal für nötig gehalten „Hallo“ zu sagen, geschweige denn sich auch nur zu entschuldigen. Nur blöde geschaut hatte er. Ja, dass konnte er-blöd schauen. Er war ein Weltmeister im blöd schauen. Und das war kein bisschen übertrieben ausgedrückt.

„Hey, so kennen wir dich schon eher, “ brüllte im Vellu ins Ohr. Und tatsächlich, langsam kam er zu seiner alten Form zurück. Was natürlich nach drei Gläsern FeeenlandiaVodka auch kein Wunder war. Er spürte wie ihn die Wärme langsam ausfüllte. Er konnte seinen Herzschlag spüren. Er schlug im Rhythmus der Musik. Er wollte feiern. Und er wollte tanzen. Also machte er sich auf den Weg um sich eine hübsche Fee auszusuchen. Einige gefielen ihm. Aber die Richtige für diese Nacht war noch nicht dabei. Doch vier Drinks später sah er sie. Sah die wunderschönen, langen Beine, den perfekten Körper, diese schönen Hände die sich einfach weich anfühlen mussten. Und dann sah er ihr Gesicht…


„ Taara, Taaaaaaaarrraaaaaaa!!!!“ holte sie eine Stimme zurück aus ihren Gedanken. Die Stimme gehörte zu ihrer Freundin Felia.
„Hast du bemerkt, dass du schon ne ganze Weile von oben bis unten abgecheckt wirst?“
Was? Was sollte das denn bitte bedeuten? Sie interessierte das nicht. Sie trank weiter ihren Kamillentee. Felia war es bei ihr zu langweilig und ging wieder zurück auf die Tanzfläche.
Wer sollte sie denn schon beobachten. Bestimmt wieder so ein idiotisches Arschloch. Von so was wollte sie gar nichts wissen. Und doch rang es mit ihr. Nach kurzem Zögern drehte sie sich schließlich doch um. Und was sie sah gefiel ihr überhaupt nicht. Da stand er. Offensichtlich war er schon betrunken, denn er tat das unglaubliche. Er schaute ihr direkt in die Augen. Kein Muskel in seinem Gesicht, der vielleicht hätte verraten könne was er denkt, bewegte sich. Taara war verunsichert.


So, und jetzt? Wie sollte er nur aus dieser Situation wieder rauskommen. Sie hatte seinen Blick bemerkt. Es war ganz klar das er sie anschaute und nicht irgendjemand anderes. Also konnte er nur zwei Dinge tun: Entweder zu ihr rüber gehen, etwas Belangloses quatschen um sich dann wieder zu verziehen oder er konnte gleich abhauen. Nein, das konnte er nicht. Er war zu betrunken um ihren wunderschönen huskeyartigen Augen zu widerstehen.

Oh mein Gott, was hatte er vor? Er setzte sich langsam in Bewegung und zwar direkt auf sie zu. Warum schaute er sie so an? In seinen Augen lag etwas Bedrohliches. Taara wusste was zu tun war. Hastig packte sie ihre Sachen und machte sich auf den Weg in Richtung Ausgang. Hoffentlich würde er ihr nicht folgen. Für den Fall das er es doch vorhatte ging sie mit flinken Schritten nach Hause.


Verdammt! Er hätte es besser wissen müssen. Sie rannte vor ihm davon. Das war ihm noch nie passier das eine Fee Angst vor ihm hatte. Immerhin hatte er seinen schönsten Verführerblick aufgelegt, aber das half nix. Heute Abend würde für ihn wohl nichts mehr laufen. Deshalb entschied er sich dafür nach Hause zu gehen. War nach den Drinks sowieso die beste Idee.


3. Kapitel

Einen ganzen Monat hatte es funktioniert. Einen ganzen Monat hatte sie penibelst darauf geachtet dem Wald der fliegenden Leckerbissen nicht zu Nahe zu kommen. Doch dieses Mal ging es nicht anders. Sie musste aus beruflichen Gründen wieder dort hin. Man hatte ihr einen ihrer schwersten Aufträge den sie je hatte gegeben. Sie sollte ein Menschenleben retten. Ihr Schützling war nämlich auf dem besten Weg alles zu verlieren was er je hatte. Sie wusste noch nicht viel über ihn. Nur das er in ihrem Alter war, viele Freunde hatte die sich um ihn sorgten und dass er sehr viel Alkohol trank. Es hing davon ab wie es mit seinem Leben weiter gehen würde. Und auch wie sich ihre Zukunft weiter entwickeln würde hing von dieser Mission ab. Entweder es würde ihr gelingen ihn in die richtige Spur zu bringen, dann würde sie befördert werden, und zwar in den höchsten Status den eine Fee erreich konnte. Oder aber sie würde ihn nicht davon überzeugen können was richtig war und was nicht. In diesem Fall würde sie ihr Leben lang nur noch Beamtenarbeit machen dürfen und das wollte sie auf keinen Fall. Sie musste das einfach schaffen. Und so schwer konnte es ja jetzt auch nicht sein. Sie hatte eine gute Ausbildung. Sie wusste wie sie an jeden rankam. Sie würde wohl nicht länger als eine Woche für diese Sache brauchen.
Voller Optimismus bog sie um die letzt Ecke . Sie sah ihn an einen Baum gelehnt da sitzen. Ihr Chef hatte ihr gesagt, dass sie ihn hier finden würde. Er wusste nicht das man eine Fee auf ihn angesetzt hatte. Taara lief einen kleinen Bogen in etwas Entfernung um ihn herum. Sie wollte sich ihn anschauen bevor sie mit ihm sprach. Doch als sie sein Gesicht erkenn konnte war ihr Traum von der Beförderung sofort weg. Sie wusste das sie es nicht schaffen würde. Sie konnte Matti nicht helfen – Sie war die Falsche. Sie hatte sich genau ausgemalt was sie tun würde wenn sie bei ihm ankommt. Sie hatte vor sich einfach ihrem Schützling zu setzten und ihm ganz gezielt ins Gesicht sagen, dass er Hilfe brauchte und sie sie ihm geben würde. Doch als sie sah das ER es war, war ihre ganze Vorbereitung dahin. Sie konnte doch nicht erst im TÄHTI vor ihm davon rennen und jetzt so tun als wären sie die dicksten Freunde. Verdammter Mist aber auch. (Jaja, soviel zum Thema Feen fluchen nicht). Ohne lange zu überlegen drehte sie sich um und ging wieder nach Hause.

Was zum Teufel ist eigentlich mit dir los? Sonst bringt dich doch eine Abfuhr nicht so aus der Fassung. Matti wusste nicht was er denken sollte. Es war jetzt fast einen Monat her das er im TÄHTI so aufgelaufen war. Alle seine Freunde hatten die Szene mit angeschaut die sich abgespielt hatte. Und jeder zog ihn seither damit auf. Er war sich sicher das alle auch hinter seinem Rücken über ihn sprachen. Veli-Matti hatte ihn am nächsten Tag auf den Abend angesprochen. Er wollte ihn wieder aufbauen. Sagte, dass das jedem mal passieren könnte. Doch Matti wusste das es einfach nicht passieren hätte dürfen. Er hatte sie doch schon so gut es ging aus seinen Erinnerungen verdrängt. Und jetzt reichten schon zwei Begegnungen wieder aus um für einen Rückfall zu sorgen. Er wollte sich nicht Erinnern. Es tat so weh.

Er war immer gerne in ihrer Nähe gewesen. Früher. Ja, genau Früher. Da war noch alles einfacher. Ihr Name war Taara. Das fiel ihm wieder ein. Er hatte sie lange Zeit nicht mehr gesehen. Mindestens drei Jahre waren vergangen seit sie das letzte Mal bei einem Springen dabei war. Sie war die kleine Schwester von Juha-Matti Ruuskanen. Sie liebte es an der Schanze in der Menschenmenge zu stehen. Juha hatte einmal gesagt, dass sie nie wegen dem Springen mit kam. Eher wegen der Tatsache, dass sie viele Leute beobachten konnte. Sie war eine gute Beobachterin. Schon immer.
Sie wusste auch immer was für eine Stimmung im Team herrschte. Oft wusste sie es sogar vor dem Team selbst. Sie redete nie viel mit den Springern, sie hörte lieber zu.
So auch an dem einen Abend in (wie sollte es auch anders sein) HINTERZARTEN.
Es war Montag. Für die feeenlandische Mannschaft war es nichts besonderes das sie schon fast eine Woche vor dem Wettkampf anreiste. Hinterzarten hatte so eine Atmosphäre die die Fliegenden voll genießen wollten.
Taara war auch schon mitgeflogen. Sie liebte diesen Ort mit seinen vielen ruhigen Plätzen und den guten Wegen überall durch den Wald.
Gleich nach ihrer Ankunft am Nachmittag machte sie sich auf den Weg zu ihrem Lieblingsplatz. Ein gefällter Baum gleich in der Nähe eines kleinen Baches. Sie liebte das Rauschen. Im Feeenland gab es das nicht. Klar, die Seen überall waren wunderschön, aber das Wasser ist still in ihnen, es gibt keine Bewegung, keine Geräusche.
Sie war alleine. Eine ganze Weile saß sie nur so da.
Etwa eine Stunde war vergangen als er sich zu ihr setzte. Sie sprachen kein Wort, aber das war auch nicht nötig. Sie konnte seinen Schmerz spüren, da benötigte es keine Worte.
Er hatte das Gefühl er müsste etwas sagen. Egal was es auch war. Aber er konnte nicht. Er war wie gelähmt. Und dann plötzlich spürte er ihre Hand. Ganz sanft legte sie sich auf sein Knie. Das war gut. Er fühlte sich sicher. Er konnte seine Tränen nicht mehr zurück halten.
Sie spürte wie er anfing zu zittern, sie sah die Tränen die ihm über das Gesicht liefen. Sie nahm ihre Hand von seinem Knie um sie gleich daraufh auf seiner Schulter nieder zulassen.
So wie er nun von ihr im Arm gehalten wurde konnte er alles raus lassen. Er weinte. Er weinte so lange bis er keine Tränen mehr hatte. Nachdem er sich beruhigt hatte sah er zu ihr auf. Er wollte ihr danken. Doch Taara war weg. Wie konnte das sein. Er hatte doch bis gerade eben noch ihre Hand, ihre Wärme gespürt. Sie musste schon länger weg sein, denn auch auf dem Weg war sie nirgendwo mehr zu sehen.
Matti atmete tief ein und wieder aus und machte sich dann auf den Weg zurück zum Hotel.
Er wollte sie die ganze Zeit schon alleine erwischen, doch es hatte fast den Anschein als würde sie ihm aus dem Weg gehen. Doch dann war es soweit. Sie saß alleine in der Hotellobby und trank Tee.
Er setzte sich zu ihr. „ Ich will mich bei dir Entschuldigen, ich hatte mich vorhin nicht mehr unter Kontrolle. Ich wollte nicht das du das mitkriegen musst. Aber trotzdem Danke. Es tat gut jemanden bei mir zu haben“ sagte er und blickte ihr geradewegs in die Augen. Taara konnte die Wärme in diesen Augen förmlich spüren. „Hast du Lust auf ein Eis? Ich lade dich ein, als Zeichen für meinen Dank.“
Ehe sie realisierte was sie da tat ging sie auch schon neben ihm her in die Eisdiele. Sie verbrachten einen schönen Abend dort. Sie verstanden sich zunehmend besser. Matti erzählte ihr alles. Auch den Grund für seine Tränen. Sein Bruder würde das Team verlassen. Das schmerzte Matti sehr, auch wenn viele das Gegenteil dachten. Jussi war doch noch immer ein Halt gewesen wenn sie so lange vom Feeenland fort waren.
Auch Taara erzählte ihm viel von sich. Das war das erste Mal, dass sie das tat. Sonst war sie diejenige die Zuhörte.
Der Abend versprach den Beginn einer herrlichen Freundschaft.

Feeenland (Gegenwart)

Wieder stiegen Matti die Tränen in die Augen. Die Erinnerungen an diese Woche schmerzten ihn sehr. Wenn er nur daran dachte was für Mist er gebaut hatte. Er hatte sie so gerne. Damals. Und heute auch noch. Er hatte die Gefühle die er für sie hatte nur verdrängt. Ganze drei Jahre lang. Er hätte seine Chance nutzen sollen. Gleich bei ihrer ersten Begegnung, nach so langer Zeit, im Wald hätte er die Gelegenheit warnehmen sollen das alles zu klären. Und was tat er? Er schaute grimmig und brachte kein Wort über die Lippen. Er dachte es wäre die letzt Möglichkeit die er gehabt hätte um alles zu bereinigen. Er ahnte noch nicht das Taara eine wichtige Rolle in seinem Leben übernehme würde.


4. Kapitel

Taara saß zu Hause in ihrer gemütlichen Zweizimmerwohnung und versuchte einen neuen Schlachtplan für ihre Mission zu entwickeln. Ihre Zukunft hin davon ab. Sie konnte also nicht aufgeben. Doch anstelle von brauchbaren Ideen kamen ihr immer nur die Erinnerungen an Hinterzarten in den Sinn.

Hinterzarten (Vergangenheit)

Matti begleitete sie bis vor ihre Zimmertüre. Alle anderen waren schon im Bett oder noch „trainieren“.
„Taara, ich weiß nicht wie ich es sagen soll,“ fing Matti an zu stottern „Ich habe den Abend mit dir sehr genossen“
Ihr Herz setzte für einen kurzen Augenblick aus nur um hinterher in doppelter Geschwindigkeit weiter zu schlagen. Auch sie genoss seine Nähe. Dieser Duft prägte sich ihr so sehr ein seit sie ihn im Wald so deutlich riechen konnte.
Sie presste ein „Es war schön mit dir“ zwischen ihren Lippen hervor und schloss ihre Zimmertüre auf . „Gute Nacht, schlaf gut“ sagte Matti.
Taara schloss die Türe hinter sich und atmete mehrmals hintereinander tief ein und wieder aus. Sie musste sich wieder beruhigen.
Es klopfte leise an ihre Tür und sie öffnete immer noch mit einem seligen Grinsen im Gesicht.
Matti blicke sie mit treuen Augen an, sagte nix, sondern beugte sich einfach nach vorne und küsste sie schüchtern auf den Mund.
Sie konnte es hören wie es WUMMMM machte und die Bombe in ihrem Magen explodierte.
Er wich zurück, grinste sie an und ging auf sein Zimmer.
Taara schlief in dieser Nacht so unruhig wie noch nie. Immer wieder spürte sie diese zarten Lippen auf den ihren. Es hatte sich gut angefühlt.
5. Kapitel
Feenland wieder zurück in der Gegenwart.
„Ich glaube dir kein einziges Wort!“ brüllte Juha-Matti sie schon beinahe an. Seine Schwester stand vor ihm und erzählte ihm, dass sie sehr gerne wieder einmal mit zu einem Springen wollte. Es war über 3 Jahre her das sie das letzte Mal dabei war. Alle konnten sich denken warum sie Abstand erlangen wollte. Aber keiner von ihnen hatte damit gerechnet das sie dem Skisprungzirkus so lange fort bleiben würde. Doch alle akzeptierten es. Irgendwas musste passiert sein, sonst würde sie nie freiwillig ihre Meinung ändern. Er kannte doch seine Schwester.

Endlich hatte sie einen Plan der funktionieren könnte. Das hoffte sie zumindest. Sie hatte vor sich ihm langsam zu nähern. Und wie sollte es besser gehen als einfach wieder zu den Springen zu gehen.
Die Feeenlanditour stand vor der Tür. Wenn sie Matti sehen wollte müsste sie sich nur dem Team an die Versen heften. Ihrem Bruder erzählte sie natürlich nur das sie schon so lange Zeit bei keinem Wettkampf mehr war und ihn doch endlich auch mal wieder öfter sehen wollte. ihren Auftrag erwähne sie nicht. Das war auch nicht erforderlich. Es wäre alles so viel einfacher wenn sie die Nähe zu Matti nicht so aus der Fassung bringen würde. Warum waren sie sich auch nur so nahe gekommen?
Hinterzarten (Vergangenheit)
„Klopf, Klopfklopf, Klopf!“ Das war das Zeichen das sie ausgmacht hatten. Nach dem Klopfen wartete man 5 Minute und folgte dann dem Anderen in den Wald.
Als sie im Wald ankam wartete Matti schon auf sei. Es war mittlerweile Mittwoch Mittag. Gestern schon hatten sie fast 2 Stunden im Wald verbracht. Sie redeten viel miteinander, erzählten sich alles aus ihrem Leben. Und sie küssten sich. Matti war ein großartiger Zungenakrobat. Er brachte es ihr bei. Er brachte ihr bei wie es richtig ging. Taara hatte noch nie einen Freund. Die Kerle hatten Angst vor ihr, weil sie immer so ruhig war und liebere Andere reden ließ. Doch nun hatte sie Matti. Er hatte keine Angst vor ihr und was noch wichtiger war, er hörte ihr zu. Sie fühlte das erste Mal in ihrem Leben was es heißt verliebt zu sein.
Matti konnte sich wirklich glücklich schätzen. Endlich hatte er eine Frau gefunden die ihn verstand, die klug war und was das wichtigste war; er hatte eine Frau gefunden die wahnsinnig sexy war. Er konnte sich als fast nicht zusammen reißen wenn sie im Wald mit dem Rücken an ihn gelehnt in seinen Armen lag. Und ja, er hatte es versucht. Auch wenn sie noch nicht lange zusammen waren. Es war Mittwoch Abend, aber dennoch lag sie immer noch in seinen Armen im Wald.
Als Matti anfing ihr über die Beine zu streichen dachte sie sich nicht dabei, auch nicht als er ihren Po berührte. Auf eine Art und Weise gefiel e ihr. Er küsste ihren Hals und sie fühlte ein kribbeln an den Stellen an denen seine zarten Lippen sie berührten. Sie drehte ihr Gesicht zu ihm und küsste in lange und sehr intensiv.
JACKPOTT!!! Als er diesen Kuss spürte wusste er, dass sie ihn ran lassen würde. Seine Hormone machten sich langsam bemerkbar. Seine Hand wanderte zu ihrem Bauch und unter ihr Shirt. Sie hatte wunderbar weiche Haut. Einiger maßen überrascht war er als er ihre Bauchmuskeln spürte. Sie musste oft trainieren. Er glitt mit seiner Hand weiter nach oben . Er wollte ihre mittelgroßen Brüste anfassen.
Taara riss ihre Augen auf. Was hatte er vor? Sie genoss seine Streicheleinheiten. Sie mochte es wie er ihren Bauch graulte, aber das ging ihr zu weit. Sie waren doch erst zwei Tage zusammen. Abrupt richtete sie sich auf. Mit allem hätte er gerechnet nur damit nicht. Sie ließ ihn abblitzen. Ere wusste nicht wie er reagieren sollte, also sagte er gar nichts. Auf dem Weg zurück ins Hotel lag ein eisiges Schweigen über ihnen, bis Taara die Stille durchbrach. “Es tut mir wirklich leid mein Schatz. Aber ich glaube ich bin einfach noch nicht so weit. Das ging mir etwas zu schnell.“ Und tatsächlich, Matti hatte Verständnis dafür. Er begleitete Taara bis zu ihrem Zimmer und verabschiedete sich mit einem zarten Kuss von ihr.
Was hätte er auch schon großartig machen sollen als Verständnis zu haben. Wenn er sich nicht entschuldigt hätte, hätte er sie verloren. Auch diese Nacht würde er wohl nur von ihr träumen können. Es wurde eine sehr feuchte Nacht.
Die kommenden Tage verliefen normal. Sie sahen sich, redeten viel und kuschelten miteinander.
Das Springen verlief für die Feeenländer sehr gut. Aufgrund der Erfolge aller war für den Sonntag Abend eine Party angesagt. Sie würden Montag schon in der Frühe nach Hausse fliegen, aber das hinderte die fliegenden Leckerbissen nicht am Feiern.
6. Kapitel

Feeenland (Gegenwart)
Es war Dienstag der Start der Feeenlandiatour in Rovaniemi (HS 100). Er hatte sie sofort entdeckt. Sie stand in Mitten der überschaubaren Zuschauergruppe. Es war wie früher. Sie war ein Teil von ihnen. Wieder dachte er an Hinterzarten. Er hatte sich bei der Feier wie ein Idiot benommen. Er wusste das es keine Entschuldigung war, aber er hatte einfach zu viel getrunken gehabt. Er wollte sie spüren, den Anderen zeigen das sie zu ihm gehörte, aber alles was er über die Lippen brachte war ein: „Fickst du heute Nacht endlich mit mir oder muss ich raus vor die Tür und mir ne Unbekannte holen.“ Als er es ausgesprochen hatte tat es ihm auch schon leid. Eigentlich hatte er vor gehabt sie in die Arme zu nehmen und vor allen anderen zu küssen. Das hätte zum Revier markieren ausgereicht. Stattdessen benahm er sich so und alles hatten es gehört.
Matti hatte sie mit diesen Worten mitten ins Herz getroffen. Sie wollte ihn anschreien doch es ging nicht. Sie bekam kein Wort über die Lippen. Sie rannte davon. Sie wollte nur noch weg.
Matti stand da und bewegte sich keinen Zentimeter. Erst als er von Juha angehauen wurde, was das eigentlich sollte, kam er wieder zu sich und verschwand augenblicklich in seinem Zimmer.
Endlich, endlich konnte sie sich gehen lassen. Als ihre Zimmertüre hinter ihr ins Schloss viel konnte sie weinen. Wie konnte sie sich nur so in ihm täuschen, sie dachte er meinte es ernst als er sagte er würde sie lieben. Ja, auch sie liebte ihn. Das schon nach so kurzer Zeit. Doch jetzt fühlte sich als hätte ihr jemand ein Schlag mitten ins Gesicht versetzt. Plötzlich klopfte es ganz sanft an ihre Zimmertüre. Wenn Matti glaubte sie würde ihm tatsächlich auf machen hatte er sich geschnitten. Auch beim Dritten klopfen reagierte sie nicht. Erst als sie Vellu´s Stimme vernahm öffnete sie. Als sie sein mitleidiges Gesicht sah, musste sie nur noch mehr heulen. Doch dieses Mal war sie nicht mehr alleine, endlich nahm sie jemand in den Arm und strich ihr tröstend über den Kopf.

7. Kapitel
Sie erinnerte sich noch gut daran was sie gefühlt hatte. In den Armen Vellu´s begann sich ihr gebrochenes Herz zu versteinern und sie empfand nur noch Hass für Matti. Das war auch der Moment gewesen an dem sie sich vorgenommen hatte nie wieder zu einem Springen zu gehen. Und jetzt stand sie hier zwischen den Fans und das Fieber hatte sie wieder gepackt. Sie erwartete sehnsüchtigst den ersten Springer. Der Wettkampf hatte begonnen und sie hatte ein Gefühl das sie schon so lange nicht mehr gehabt hatte. Taara war glücklich. Noch zwei Springer bis Matti dran war. Sie erwartete nicht allzu viel von ihm. Juha-Matti hatte ihr erzählt das Matti´s Leistung im Training bis jetzt noch nicht sehr überzeugend war.
Er war der nächste. Aber er war mit seinen Gedanken nicht bei der Sache. Er musste die ganze Zeit daran denken das Taara unten wartete. Er war sich zwar sicher das es bestimmt nichts mit ihm zu tun hat, dass sie hier war. Aber trotzdem dachte er die ganze Zeit darüber nach wie er sich verhalten sollte wenn er gelandet war. Sollte er zu ihr gehen? Sie begrüßen? Oder einfach weiter gehen und so tun als würde er sie nicht sehen? Er war in der Spur . Noch ca. 3 m bis zur Kante. Er musste den Absprung genau erwischen, sonst hätte er keine Chance gegen seine Kollegen. Er hatte den Absprung genau erwischt. Der Sprung würde weit gehen. Weiter als es ihm im Training gelungen war. Nach der Landung bei 107 m konnte er die Menge jubeln hören. Die Worte des Stadionsprechers drangen nur ganz leise an seine Ohren. „ Hervorragende Leistung!“ „Neuer Schanzenrekord“. Aber Matti suchte nur nach ihr. Es war schwer sie hier unten auszumachen. Und er fand sie. Und Taara strahlte über das ganze Gesicht. Sie war also doch gekommen um ihn wieder zu sehen. Er war froh das sie den ersten Schritt nach dem Vorfall im TÄHTI machte. Sie war schon immer mutiger gewesen als er selbst. Endlich war sie wieder bei ihm.
Wow, so einen super Sprung hatte sie nicht erwartet. Die Gefühle die er in ihr auslöste hatte sie noch weniger erwartet. Sie freute sich wie ein kleines Kind für ihn. Sie strahlte über das ganze Gesicht. Es ging ihm also doch nicht so schlecht wie sie es angenommen hatte. Zum ersten Mal seit Tagen hatte Taara das Gefühl sie könnte ihren Auftrag doch erfolgreich zu ende bringen. Jetzt müsste sie es nur noch schaffen sich mit ihm zu unterhalten. Rein beruflich versteht sich. Sie beschloss sich auf den Weg zu den Hütten der Springer zu machen. Dort angekommen wurde sie von allen begrüßt als wäre sie immer bei den Jungs. Taara war glücklich. Die Zeit verging wie im Flug und einer nach dem anderen musste zu seinem 2. Sprung. Plötzlich waren alle weg. Nur Matti hatte sich noch nicht auf den Weg gemacht. Er führte, daher konnte er sich noch etwas Zeit lassen. Taara zitterte etwas als sie sich gegenüberstanden. Sie wollte ihm plötzlich so viel sagen. Sie wollte ihm erzählen was sie fühlte, damals wie heute. Doch es gelang ihr nicht. ein Stein fiel ihr vom Herzen als er das Wort ergriff. „ Wie geht es dir? Gefällt dir der Wettkampf?“ die Worte kamen nur ganz leise aus ihm heraus. Genauso leise auch die Antwort von Taara. „Es geht mir gut. Das war ein guter Sprung von dir.“
„Danke. Ich muss dann mal hoch,“ sagte er, drehte sich um und ging mit den Skiern auf der Schulter in Richtung Lift. Sollte das jetzt immer so laufen? Würden sie immer nur über so belangloses Zeug sprechen? Das war nicht das was er wollte. Da hörte er sie rufen: „ Matti! Pass auf dich auf. Ich meine,...also was ich sagen will, ähhm, so weite Sprünge können schwer zu stehen sein wenn man nicht bei der Sache ist.“ Sie machte sich also doch noch was aus ihm. Warum sonst sollte Taara so etwas sagen. Nach alldem was passiert war, was Matti ihr angetan hatte sollte man meinen können sie würde4 ihm einen Sturz gönnen. Sie war einfach eine tolle Frau.
Oh mein Gott, was war nur mit ihr los? Sie konnte nicht glauben das sie es schon wieder getan hatte. Wieder hatte sie sich schon nach kurzer Zeit in ihn verliebt. Wie sollte das jetzt nur weiter gehen? Taara saß wirklich tief in der Scheiße! Sie liebte ihn von ganzem Herzen und doch wollte sie es ihm nicht so einfach machen. Sie wollte ihm deutlich machen das sei sich nicht so leicht um den Finger wickeln lässt. Deshalb schlug sie seine Einladung zum Abendessen aus und ging stattdessen mit Veli-Matti etwas trinken. Sie brauchte jetzt einen guten Freund mit dem sie über ihre ganze Situation reden konnte. Vellu konnte sie alles erzählen, auch von ihrem Auftrag. Vor allem aber auch ihre Gefühle. Er verstand sie . Nicht zu letzt weil er selbst in einem Gefühlschaos lebte. Seine Beziehung lief einfach nicht richtig. Sie hatten sich viel zu erzählen. Das war auch der Grund warum er noch mit auf Taaras Zimmer kam. Erst spät in der Nacht machte er sich auf den Weg ins Bett.
Da kam sie. Matti konnte sie schon von weitem Lachen hören. Er wartete schon den ganzen Abend vor ihrer Tür. Er hatte Rosen und ein wunderschönen Collier besorgt mit dem er sie zurück gewinnen würde. Da war er sich sicher gewesen. Doch jetzt kam sie mit Vellu um die Ecke. Sie strahlte so sehr und als sie Veli-Matti herein bat starb ein Teil in Matti. Er war sich sicher gewesen, dass sie wieder ihm gehören würde. Aber Vellu??? Der war doch überhaupt nicht ihr Typ. Und außerdem hatte er doch eine Freundin. Sie würde doch nicht etwa was mit einem vergebenem Macho anfangen. Oder etwa doch?

Kapitel 8
Wettkampf Nummer zwei begann. Taara stand wieder unten in den Fans. Matti war an ihr vorbei gegangen, hatte aber keinerlei Reaktion gezeigt. Wieso sollte er auch. Es hatte sich nichts merkliches zwischen ihnen verändert.
Matti sah das anders. Er wusste ja, dass es zwischen Mona-Liisa und Vellu nicht mehr so gut lief, aber das er gleich was mit Taara anfangen musste war einfach zu viel für ihn. „Hi Matti. Das war wohl nicht gerade deine beste Leistung gerade.“ stellte Veli-Matti neunmalklug fest. „ Lass mich doch du verdammtes Arsch!“ keifte Matti ihn an. Und von da an ergab sich aus einem Wort das Nächste und ehe Vellu sich versah ging Matti schon auf ihn los. Als Taara sich den Springerhütten näherte konnte sie schon von weitem sehen wie sich zwei prügelten. Bei den Streithähnen angekommen konnte sie erkennen wer es war. Sie ging entschieden dazwischen. „Jetzt erklärt mir gefälligst was hier los ist!“ fuhr sie die Beiden an. Doch keiner gab eine Antwort. Es entstand eine eisiges Schweigen das Vellu endlich brach; „ Er hat angefangen. Er hat mich beschimpft ich solle gefälligst meine Finger von dir, seiner Freundin, lassen. Du hast mir nicht erzählt das ihr wieder zusammen seit. Das freut mich echt für euch.“ Wieder wollte Matti auf ihn losgehen, aber Taara konnte das gerade noch verhindern. „ Vellu, ich denke es ist das beste du lässt uns alleine. Ich glaube wir haben da was zu klären.“ Als er gegangen war stellte sie Matti zur Rede. Nach kurzer Zeit begann er zu erzählen. Doch Taara konnte nicht glauben was er da sagte. Eher fand sie es amüsant. Er war doch tatsächlich eifersüchtig. Genau das war die Bestätigung die sie brauchte. Er liebte sie, daran bestand ein Zweifel mehr. Und sie war schon einen Schritt weiter. Taara hatte sich vorgenommen es Matti nicht zu einfach zu machen. Sie war zwar eine Fee, aber sie wollte ihn doch auch erst verletzen, so wie er es getan hatte, bevor sie zusammen finden konnten. Dass das so einfach funktionieren würde, ganz ohne Plan, hätte sie nicht gedacht. Als er mit seiner Erklärung endete musste sie sich ein Grinsen verkneifen und sagte .“ Und wenn es so wäre. Das geht dich nichts mehr an.“ und ging davon.
Was war das? Matti war sich so sicher gewesen sie würde ihm sagen, dass da nichts lief, zwischen ihr und Vellu. Und dann das! Irgendwas stimmte hier nicht. Das konnte er fühlen. Er musste heraus finden was da wirklich los war. Sie verheimlichte ihm doch etwas.
Als Taara hinter sich die Tür schloss musste sie laut loslachen. Er war wirklich eifersüchtig. Und sie hatte es geschafft ihn auch zu verletzen. Und wie. Sie konnte die Enttäuschung förmlich spüren. Plötzlich war sie nicht mehr so gut gelaunt. War sie vielleicht zu weit gegangen? Hätte sie ihm sagen sollen, dass zwischen ihr und Veli-Matti absolut nichts vor sich ging? Sie wusste doch, dass Matti nicht in bester Verfassung war. Warum also tat sie das? Wenn sie nicht aufpasste würde sie ihn vielleicht noch in Gefahr bringen. Das wollte sie auf keinen Fall. Taara beschloss sich auf den Weg zu Matti zu machen.
Es klopfte. Matti hatte keinen Besuch erwartet. War bestimm für Vellu. Da sich dieser aber unter der Dusche befand *g* öffnete er. Er blickte in ihre dunkelblauen Augen und versank fast in ihnen. Damit hatte er nicht gerechnet. Sie wusste, dass er und Veli-Matti sich ein Zimmer teilten, warum musste sie also hier auftauchen? Immer wieder beschlich ihn das Gefühl das hier etwas nicht stimmte. Es war nicht ihre Art so gemein zu sein. Und schon begann sie zu reden.
Matti war baff. Er hatte mit allem gerechnet nur damit nicht. Sie hatte ihm wirklich alles erzählt. Angefangen davon, wie sie sich in Hinterzarten gefühlt hatte, über ihren Auftrag und auch was sie mit Veli-Matti verband. Er war so überrascht, er brachte kein Wort heraus. Selbst als sie sich umdrehte und wieder ging war er noch nicht fähig wieder zu sprechen. Er konnte einfach nicht glauben was da im Moment in seinem Leben vor sich ging.

Kapitel 9

Das 3. Springen der Feenlandiatour stand an und Matti fieberte ihm wie ein kleines Kind entgegen. Er war sich sicher das Taara auch wieder da sein würde. Doch er wurde enttäuscht. Er konnte sie nirgends entdecken. Aber ein seltsames Geühl in seinem Inneren sagte ihm, dass sie da war. Vielleicht nicht hier an der Schanze, aber in seinem Herzen würde sie immer sein. Das war ihm mittlerweile klar geworden.
Von ihrem Platz im Wald konnte sie das Springen nicht selbst verfolgen. Sie wusste nur wer führte wenn sich er Stadionsprecher zu warmen Worten hinreisen ließ. Das passte ihr nicht recht. Sie hätte das Springen gerne selbst verfolgt. Aber der Vorteil ihres Platzes war deutlich zu erkennen. Sie hatte genauen Blick auf das Lager der springenden Leckerbissen. Besonders auf Matti konnte sie so perfekt schauen, ohne Angst haben zu müssen er könnte sie sehen. Seit ihrer „ Beichte“ vor zwei Tagen hatte sie ihn nicht mehr getroffen. Sei wollte es auch gar nicht. Taara war sich absolut nicht sicher wie es jetzt weitergehen sollte. Ihr Auftrag war erfüllt. Das hatte man ihr am Morgen mitgeteilt. Sei hatte Matti dazu gebracht sich nicht mehr selbst zu hassen, sich das Leben schwer zu machen. Das war also geschafft. Doch wie sollte es zwischen ihnen weitergehen? Sie liebte ihn. Und er empfand ganz offensichtlich auch etwas für sie. Aber war es damals in Hinterzarten nicht genau so gewesen? Und trotzdem hatte er sie so sehr verletzt.
Taara hatte beschlossen abzureisen. Bevor sie sich mit Matti konfrontieren musste, wollte sie zuerst ihre Gefühle ins Reine bringen. Sie musste wissen was sie wollte bevor sie ihm gegenüber stand. Taara schottete sich total ab. Sie hatte nicht einmal eine Ahnung wie die Feeenlandiatour zu ende ging. Selbst auf die Anrufe von Veli-Matti reagierte sie nicht. In ihrem Leben war ein Chaos ausgebrochen welches sie so noch nie erlebt hatte. Und das galt es zu beseitigen.
„Was machst du denn hier?“ entfuhr es Taara als sie die Tür öffnete. Sie blickte in ein Augenpaar das genauso strahlte wie ihres. „Was könnte ich wohl hier machen? Da kommst du nicht drauf? Okay, dann verrate ich es dir,“ fing er an auf sie los zu quasseln,“ Ich bin gekommen um dich zurück zu holen. Ich brauche dich. Wenn du nicht an der Schanze bist versage ich auf ganzer Linie. Also entweder du bewegst deinen Arsch freiwillig ins Auto nach Hinterzarten oder ich zwinge dich dazu.“
Und was passierte dann? VENI,VIDI,VICI!!! Juha-Matti kam,sah und siegte. Er hatte geschafft seine Schwester wieder aus ihrem Schneckenhaus herauszuholen. Es war sogar einfacher als gedacht. Als er aufgehört hatte auf sie einzureden hatte sie schon angefangen heftig mit dem Kopf zu nicken.

Kapitel 10

Das Flugzeug setzte zur Landung an. Taara war Juha-Matti dankbar, dass er auf sie zugekommen war. So musste sie nicht wieder den Schritt machen. So konnte sie mit nach Hinterzarten. Keiner würde denken sie würde es wegen Matti machen. Schließlich wusste jeder im Team das ihr Bruder zum mitkommen förmlich gezwungen hatte. Nur Matti hatte ihr einen Blick zugeworfen der ausdrückte: „ Du bist wegen mir dabei und ich danke dir dafür.“ Aber mit ihm gesprochen hatte sie nicht. Vom Flughafen in Basel hatte die Mannschaft sich zwei Busse gemietet. Gerne wäre sie mit Matti in einem Bus mit gefahren, nur um in seiner Nähe zu sein. Taara fühlte sich in seiner Gegenwart einfach wohl. Doch da machte ihr Veli-Matti einen Strich durch die Rechnung. Er zog sie mit sich in das andere Auto. Schließlich wollte er ihr alles Neuigkeiten zwischen ihm und Mona-Liisa erzählen. Sie hatten einen rießen Krach aber Vellu hatte es aber geschafft ihr Herz mit einem romantischem Abendessen zurück zu gewinnen. Und hinterher waren sie noch zusammen in der Sauna. Es war also wieder alles so wie früher. Aber das musste er ihr alles bis ins Details erzählen. Er hörte erst auf zu erzählen als sie in Hinterzarten vor ihrem Hotel anhielten. Als Taara ausstieg fühlte sie sich schon wieder wie zu Hause.
„Sweet home Hinterzarten...“ sang Matti leise vor sich in. In Hinterzarten hatte er die schönsten Tage seines Lebens verbracht. Damals, mit Taara. Jedes mal wenn ihn sein Beruf hierher geführt hatte in den letzen Jahren wurde in jene Tage zurück versetzt. Und diese Jahr war sie wieder mit dabei. Das konnte nur Gutes bedeuten. Mit einem sehr sehr breitem Grinsen lief er durch den Wald. Und plötzlich war es wie in seinen Träumen. Er kam an die Stelle mit dem umgesägten Baum. Dieser Platz war für ihn immer etwas besonderes. Da waren die sich näher gekommen. Und jetzt saß sie wieder da. Es sah fast so aus als würde sie auf ihn warten. Und das tat sie offensichtlich auch. Denn als er langsam auf sie zuging begann sie zu lächeln.
Taara´s Herz schlug bis zu ihrem Hals. „Ruhig, ganz ruhig, Süße! Du hast alles richtig gemacht.“ versuchte sie sich einzureden. Und tatsächlich, es half. Sie brachte sogar ein entspanntes Lächeln über die Lippen.
Und jetzt saßen sie beide wieder hier. Auf ihrem Baum in Hinterzarten. Still saßen sie nebeneinander. Niemand traute sich auch nur ein Wort zu sagen. Doch plötzlich griff Matti nach ihren zitternden Händen lächelte sie an und sagte: „ Es ist schön das du wieder bei mir bist. All die Jahre hab ich nur dich gebraucht. Das weiß ich jetzt. Und ich werde dir die Zeit geben die du brauchst.“
Taara war überwältigt von seiner Ehrlichkeit. Sie gab ihm einen langen, zärtlichen Kuss. Darauf hatte sie schon so lange gewartet. Jetzt war alles wieder gut.
Langsam schlenderte sie händchenhaltend zurück ins Hotel. Vor ihrer Tür blieben sie stehen. Sie fühlte sich wieder vollkommen sicher in seiner Nähe. Zärtlich zog sie Matti zu sich hin und flüsterte ihm ins Ohr: „Komm mit rein und lass mich bitte nie wieder los.“ „Das werde ich nie wieder tu, das verspreche ich dir.“ hauchte er ihr ins Ohr.
Und er hielt sein Versprechen. Zurück im Feeenland hielt er um ihre Hand an. Taara sagte natürlich ja.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann lieben sie sich auch heute noch.


ENDE